und es kommt häufiger vor, als man vermuten würde! Ihr Pferd ist übergewichtig, es erscheint lustlos, der Schwung fehlt, es trinkt mehr Wasser als andere Pferde, der Körper zeigt einige Dellen, die unharmonisch wirken und plötzlich hat es Hufrehe, diese Schübe kommen immer wieder, obwohl typische Auslöser fehlen?
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| Zunächst wurde diese Veranlagung bei den verschiedensten Ponyrassen, spanischen Mustangs, Peruanischen Pasos, Paso Finos, Europäischen Warmblütern, Amerikanischen Saddlebreds und Morgan Horses festgestellt. Heute sind weitaus mehr Rassen von diesem Wohlstandsproblem betroffen. Zugeordnet wird diese Erkrankung dem Metabolischen Syndrom und häufig spricht man auch von Insulinresistenz. |  |
Die Pferde sind zumeist übergewichtig und haben ungewöhnliche Fettpolster an bestimmten Körperbereichen. Im speziellen am Hals, an der Schulter auf der Kruppe und auch im Schlauchbereich bei männlichen Tieren. Die Stuten hingegen fallen durch schlechte Fruchtbarkeit und abnormale Rossezyklen auf. Diese Pferde werden von den Haltern als ausgesprochen gute Futterverwerter bezeichnet und es ist äußerst schwierig, das Gewicht der Pferde zu senken. Weitere mögliche Hinweise auf diese Erkrankung sind beispielsweise Schwellungen über den Augen und lethargische Zustände. |
 | Diese Pferde werden dem Tierarzt oft mit unerklärlicher Lahmheit, in der Symptomatik durchaus der Hufrehe gleichend, vorgestellt. Zunächst scheint die Ursache der Hufrehe rätselhaft, in vielen Fällen jedoch ging eine Futterumstellung mit abrupter Änderung des Proteingehaltes, zum Beispiel schon durch Fütterung einer neuen Heuballe, oder eine Arbeitspause des Pferdes über einige Tage, dem Hufreheschub voraus. Häufig weisen die Hufe der Tiere die typischen sichtbaren Veränderungen am Huf auf, wie etwa die sogenannten Futterrillen, divergierende Ringe, eine verbreiterte weiße Linie oder auch eine nach außen gewölbte Sohle. |
Das Blutbild zeigt eine leichte bis erhebliche Erhöhung des Glukosewertes und eine erhöhte Tryglyceride-Konzentration. Besonders auffällig ist der erhöhte Insulinwert, der durch ein spezielles Verfahren durch den Tierarzt festgestellt werden kann. Leider gibt es bislang kein Medikament, daß diesen Pferden als Schutz vor weiteren Reheschüben verabreicht werden kann, man kann jedoch mit einer speziellen Diät, ähnlich wie bei der Fütterung während einer Hufrehe, weiteren gesundheitlichen Schäden vorbeugen. Das Problem ist eine sogenannte Insulin-Resistenz des Pferdes. Durch die Nahrungsaufnahme kommmt es zu einer Erhöhung der Blutglukose die normalerweise durch die Insulinproduktion in die Zellen gelangt und dort als Zell-Treibstoff abgebaut wird. Doch grade dieser Mechanismus funktioniert bei den betroffenen Pferden nicht mehr. Die Zelle ist gegen das Insulin resistent und die Glukose wird nicht ausreichend abgebaut. Die Folge sind die oben genannten Symptome. Es scheint angebracht, bereits bei den jungen Pferden ein Auge auf die Fütterung zu haben und stets das Idealgewicht des Pferdes anzustreben. Gutgemeinte Fütterung hat nichts mit artgerechter Pferdefütterung zu tun und ein überhöhtes Gewicht ist nicht gleichzusetzen mit wirklicher Muskulatur. Pferde sind von Natur aus Faserfresser und können diese manchmal auch recht holzigen Fasern sehr gut verdauen und daraus ihre Nährstoffe ziehen. Die Fütterung von zusätzlichem Kraftfutter sollte nur bedarfsgerecht erfolgen, eine Stunde freizeitmäßiges Reiten am Tag macht in den meisten Fällen keine zusätzliche Fütterung nötig. Ist das Pferd aber erst an dem Metabolischem Syndrom erkrankt, sollte peinlichst genau darauf geachtet werden, daß dieses Pferd kohlenhydratarm ernährt wird. Das bedeutet den Abschied von Getreide in jeder Form, keine Möhren, keine Äpfel, überhaupt alles, was nicht Heu oder unmelassierte Rübenschnitzel ist, fällt dieser strikten Diät zum Opfer. In einigen Fällen ist es auch nötig, die Kohlenhydrate aus dem Heu auszuwaschen, dies erreicht man durch das Eintauchen des Heus in Wasser für etwa eine Stunde. Das Wasser darf danach nicht mehr für das Pferd verwendet werden. Lediglich ein geeignetes Mineral- und Vitaminpräparat sollte zugefüttert werden. Bedenken muß man bei dieser Form der Fütterung nicht haben, sie entspricht genau dem, was die Natur dem Pferd zugedacht hat: Viel faserreiche Kost! Schon bald wird das Pferd bei dieser Fütterung regelrecht aufblühen, lebhafter und aufgeweckter erscheinen. Ganz wichtig ist das regelmäßige und tägliche Training dieser Pferde, gerade die Bewegung ist ein hervorragender Therapeut für diese Pferde, denn auch durch Muskelarbeit wird der Blutglukosewert niedrig gehalten. Sollte ein solches Pferd gerade einen akuten Hufreheschub erleiden, muß das Training warten, bis die Hufrehe komplett abgeklungen ist.
Pferde mit Diabetes bleiben reitbar und leistungsfähig, lediglich die Fütterung ist konsequent kohlenhydratarm vorzunehmen.
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